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VG Hallenmeister 2009/2010 Drucken E-Mail

Drei 1:0 - Stauch macht den Weg frei

VG-Turnier in Niederwörresbach: Mörschied dominiert und beendet die Dominanz des Final-Verlierers - Viel Lob für den TuS

Es versprüht Fußball-Romantik, wenn die beste, die attraktivste Mannschaft auch ein Turnier gewinnt: Der TuS Mörschied vollbrachte bei der gemeinsamen Hallenfußball-Meisterschaft der Verbandsgemeinden Herrstein und Rhaunen das Kunststück, Erlebnis- und Ergebnisfußball miteinander zu verbinden. Mit dem 6:1-Finalsieg gegen Oberkirn beendete der TuS die Dominanz des Landesligisten, der zuletzt dreimal in Folge das Turnier gewonnen hatte.

NIEDERWÖRRESBACH. 4:1, 8:0, 5:0, 6:1 - so lauten nicht irgendwelche Vorrunden-Spaziergänge. Nein, so souverän, so beeindruckend beendete der TuS Mörschied das VG-Turnier im Niederwörresbacher Sportzentrum und verbuchte einen völlig verdienten Turniersieg.

"Dass wir das Turnier so dominieren würden, haben wir ganz sicher nicht erwartet. Wir wollten einfach guten Fußball zeigen, das war unser Anspruch. Schön, dass er sich in Tore ummünzen ließ", erklärte TuS-Spielertrainer Thorsten Ranft, der von seinen Mitspielern gefeiert wurde wie eins Ottmar Hitzfeld in Mailand anno 2001. Die Mörschieder Jungs warfen ihren scheidenden Coach mehrfach in Niederwörresbacher Lüfte - und fingen ihn auch wieder sicher auf.

Die Mörschieder zeichnete eine mannschaftliche Geschlossenheit aus, die auch der Konkurrenz auffiel. "Mörschied verfügte über acht klasse Hallenspieler und einen guten Torwart. Das hatte keine andere Mannschaft", erkannte Fischbachs Spielertrainer René Altmeyer vollkommen richtig. "Es hat Spaß gemacht, Mörschied zuzuschauen", fand Oberkirns Trainer Frank Vogt. Und Niederwörresbachs Coach Sascha Nicolay ergänzte: "Gegen diese Mörschieder hätte man nur eine Chance gehabt, wenn man sich keine Fehler erlaubt. Die sind aber sowohl uns im Halbfinale als auch Oberkirn im Finale unterlaufen." Stimmt. Und es passte zur Klasse der Mörschieder an diesem Finaltag, dass sie genau dann zur Stelle waren. Das galt vor allem für Tobias Stauch, dem in drei der fünf Mörschieder Endrunden-Spielen das so wichtige 1:0 gelang und der so jedes Mal den Weg für weitere Treffer und Siege freimachte. "Tobias ist bestimmt einer der besten Hallen-Spieler in der VG, vielleicht sogar im Kreis. Und das hat er gezeigt", lobte Ranft.

Doch wie Altmeyer vollkommen richtig erkannt hatte, war Mörschied nicht auf Stauch zu reduzieren. Ein Dominik Best, mit zehn Treffern Torschützenkönig, offenbarte seine Qualitäten, Edgar Magel und Ranft selbst markierten ebenfalls wichtige Treffer. Und im Finale musste dann auch mal Christian Brünicke im Kasten des TuS zeigen, was er draufhat, nachdem er zuvor nahezu beschäftigungslos geblieben war.

Das Endspiel war zu eindeutig, um einen Spannungsbogen erkennen zu können. Die Halbfinals hatten es da schon eher in sich - zwei Derbys standen auf dem Programm: Mörschied nutzte dabei konsequent Niederwörresbacher Fehler aus, und Oberkirn ließ seine Cleverness aufblitzen. "Die hat uns im Vergleich mit dem Landesligisten vielleicht etwas gefehlt", fand auch Idarwalds Trainer Ralf Bartz. Doch die SG hatte noch ein viel größeres Problem: Philipp Schäfer musste nach dem zweiten Spiel aus privaten Gründen abreisen, und dadurch wurde der erste SG-Block auseinandergerissen. Dieser hatte gegen Fischbach zwei Treffer in der ersten Minute erzielt und dem Team auch zum Sieg über Niederwörresbach verholfen. "Anschließend mussten wir umstellen. Das war ein Knackpunkt", sagte Bartz. "Nach den ersten beiden Siegen hatten wir uns natürlich ein bisschen mehr ausgerechnet, aber mit dem Abschneiden insgesamt bin ich schon zufrieden."

Ähnlich sah das auch Nicolay für sein Team: "Das Halbfinale ist Pflicht für einen Bezirksligisten. Das haben wir erreicht. Aber ich wollte natürlich nicht unbedingt gegen Mörschied 0:5 verlieren." Maurizio Poli traf beim Stand von 0:1 die Latte. Geht der Ball rein, wer weiß, wie es weiterläuft. So aber mussten auch die Niederwörresbacher die Dominanz des TuS am eigenen Team erfahren und anerkennen. Eine Dominanz, die eine andere Dominanz beendete. Mit ihrem Sieg entthronten die Mörschieder den SV Oberkirn, der zuletzt dreimal in Folge gewonnen hatte.    Olaf Paare

Veitsrodt überrascht auf dem Feld und bei der Ehrung

Splitter der VG-Endrunde: Terminierung passt, Resonanz stimmt auch - Heck macht mit Verspätung Stimmung

Zuschauer: 452 zahlende Besucher wurden am Finaltag gezählt. Eine sehr ordentliche Resonanz, die ein zufriedenes Lächeln in die Gesichter der Organisatoren zauberte.

Turniertage: Der Sportring Herrstein als Veranstalter des Turniers sucht seit Jahren nach der Optimallösung in Sachen Terminierung. Die zeitliche Trennung von der Idar-Obersteiner Stadtmeisterschaft erwies sich als positiv in Sachen Zuschauerresonanz. Auch ansonsten kam die neue Ansetzung mit der Vorrunde zwischen den Feiertagen und Silvester und dem Endturnier am Wochenende danach an. Im nächsten Jahr soll das Endturnier nun am ersten Sonntag des neuen Jahres (ab 14 Uhr) getestet werden.

Verspätung: Eigentlich sollte Andreas Heck, der Vorsitzende des SV Mittelreidenbach, während der gesamten Endrunde Stimmung machen. Doch ein heimischer Heizungsschaden, der seinen persönlichen Einsatz erforderte, verzögerte Hecks Einsatz an Mikrofon und Musikreglern.

Dream-Team: Nikola Petry (SG Idarwald) - Tobias Stauch (TuS Mörschied), Eduard Meisner (SV Oberkirn) - Dominic Best (TuS Mörschied), Michael Moser (TuS Veitsrodt).

Wandel: So schnell kann es gehen. Da waren die Veitsrodter ein Lichtblick der Endrunde, weil sie tolle, einfallsreiche, stimmungsvolle Fans mitbrachten und zu Beginn auch sportlich überraschten. Dank Oldie und Hallen-Experte Michael Moser, der alle vier Feld-Treffer seines Team markierte, besiegte der TuS den SV Mittelreidenbach und trotzte dem vier Klassen höher angesiedelten SV Oberkirn ein 2:2 ab. Anschließend sorgten die Veitsrodter aber auch für Verdruss und Ärger beim Veranstalter, da kein Vertreter zur Siegerehrung erschien. Offenbar waren sämtliche Veitsrodter schon vor dem Finale abgereist. Die stattliche Prämie - das VG-Turnier ist das in Sachen Preisgeld höchstdotierte im Kreis Birkenfeld- verbleibt nun nach Aussage von Hallensprecher Volker Bank beim veranstaltenden Sportring Herrstein.

Chic: Trophäen der anderen Art und Weise suchten die Sportring-Chefs aus. So gab es für die Individual-Sieger Auszeichnungen aus Glas und für das Sieger-Team TuS Mörschied ein Siegerschild statt des üblichen Pokals


Quelle: Nahe Zeitung, Olaf Paare

 
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